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Sep 2026 | Schloss-Nachrichten

Zukunftsforum Schloss Türnich: Historisches Denkmal wird zum Zukunftsort im Rheinischen Revier

Mit der Sanierung und zukünftigen Nutzung von Schloss Türnich nimmt ein weiterer wichtiger Zukunftsort im Rheinischen Revier Gestalt an. Am Mittwoch, 2. September 2026, übergab Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kultur- und Naturstiftung Schloss Türnich den Förderbescheid für das Projekt. Das denkmalgeschützte Herrenhaus soll umfassend saniert und als öffentlich zugänglicher Informations-, Begegnungs- und Erfahrungsort für Nachhaltigkeit und grüne Infrastruktur im Strukturwandel entwickelt werden.
 

Das Zukunftsforum Schloss Türnich fügt sich dabei in eine Entwicklung ein, die weit über das historische Ensemble hinausreicht. Entlang der Erftaue entsteht mit dem Naturparkzentrum Gymnicher Mühle, dem Center for Innovation with Nature der TH Köln , den Schlössern Gymnich und Türnich sowie weiteren Projekten und Einrichtungen ein Netzwerk von Orten, die sich mit grüner Infrastruktur, Natur, Nachhaltigkeit, Bildung und zukunftsweisenden Entwicklungen im Rheinischen Revier beschäftigen.
 

Mit Schloss Türnich kommt zu diesem Netzwerk ein kulturhistorisch bedeutender Baustein hinzu. Das Ensemble in Kerpen-Türnich zählt zu den letzten vollständig erhaltenen Barockschlössern der Region. Herrenhaus, Kapelle und Landschaftspark bilden ein Denkmalensemble von nationaler Bedeutung und außergewöhnlicher architektonischer und kulturhistorischer Qualität. Gleichzeitig steht Schloss Türnich exemplarisch für die Folgen des jahrzehntelangen Braunkohleabbaus in der Region. Durch die Grundwasserabsenkung geriet das Herrenhaus in erhebliche statische Schwierigkeiten. 1979 musste die Eigentümerfamilie der Grafen von Hoensbroech das Gebäude verlassen. Seitdem steht das Herrenhaus leer.
 

Heute befinden sich Herrenhaus, Kapelle und Schlosspark im Eigentum der gemeinnützigen Kultur- und Naturstiftung Schloss Türnich, die bereits in zahlreichen Projekten im Bereich Nachhaltigkeit aktiv ist. Mit der nun möglichen Sanierung soll das Gebäude dauerhaft gesichert und einer neuen öffentlichen Nutzung zugeführt werden. Vorgesehen ist ein Ort, an dem sich historische Baukultur mit aktuellen Fragestellungen zu Nachhaltigkeit, gesellschaftlicher Transformation, Natur und Innovation verbindet.
 

Für die Sanierung erhält die Kultur- und Naturstiftung Schloss Türnich vom Land Nordrhein-Westfalen rund 26,9 Millionen Euro aus Mitteln des Strukturwandels. Der notwendige Eigenanteil von zusätzlich rund 3,1 Millionen Euro konnte durch private Zuwendungen über die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie durch eine weitere Spende der Isabel und Balz Baechi Foundation sichergestellt werden.
 

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen: „Ein Schloss im Wandel, eine Boom-Region im Aufbruch: Mit dem Zukunftsforum Schloss Türnich kann dieses einzigartige Juwel im Rheinland wieder zu neuer Blüte finden. Nach der Sanierung öffnet das denkmalgeschützte Schloss seine Pforten und wird zu einem Informations-, Tagungs- und Erfahrungsort für die Öffentlichkeit. Damit setzt die Stadtentwicklung im Rheinischen Revier klare Wegmarken: Das Vorhandene wird in diesem Fall behutsam weiterentwickelt, ein Heimatort bekommt eine neue Zukunft. Denn auch im Wandel brauchen Menschen vertraute Orte vor Ort.“
 

„Die Sanierung des Herrenhauses ist für uns weit mehr als die Rettung eines bedeutenden Baudenkmals. Die Kultur- und Naturstiftung Schloss Türnich möchte das Ensemble zu einem offenen Ort entwickeln, an dem die Geschichte unserer Region mit den Fragen ihrer Zukunft zusammenkommt. Gemeinsam mit den vielen Initiativen und Einrichtungen entlang der Erftaue kann hier ein besonderer Raum für 2wvcgnung, Bildung und neue Ideen entstehen und damit ein konkreter Beitrag zu einem nachhaltigen Strukturwandel im Rheinischen Revier leisten“, sagt Stiftungsvorstand Severin von Hoensbroech.
 

Neben Ministerin Ina Scharrenbach nahmen Frank Rock, Landrat des Rhein-Erft-Kreises, Thomas Jurczyk, Bürgermeister der Stadt Kerpen, Annette Liebeskind, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, und Balz Baechi, Isabel & Balz Baechi Foundation und sowie zahlreiche prominente Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft teil.


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