Die demeter-Landwirtschaft von Schloss Türnich

Ganzheitlicher Landschaftspark:
Aussöhnung von Landwirtschaft und Naturschutz

Mit dem Ziel, einen ganzheitlichen Landschaftspark zur Aussöhnung von Landwirtschaft und Naturschutz zu entwickeln, erarbeitete Graf Godehard von und zu Hoensbroech in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten Pieter Schwarze und Berthold Leendertz sowie dem Künstler Marko Pogacnik ein Konzept, das ökologische, ökonomische und landschaftsästhetische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt.

Vom Streubesitz zum Flächenareal

Um aus dem damaligen Streubesitz ein zusammenhängendes Flächenareal zu erhalten und somit das Konzept zu realisieren, gelang es Graf Hoensbroech im Jahr 1989 durch einen Flächentausch die zu Schloss Türnich gehörenden Ländereien um die Schlossanlage Türnich zu arrondieren. Mit einer Gesamtfläche von 37 ha war der Grundstein für eine außergewöhnliche Idee gelegt.

Seiner Zeit voraus

Graf Hoensbroech gewichtete gleich, was damals in Fachkreisen und der Praxis als gegensätzlich galt: Die Integration des Naturschutzes in die Landwirtschaft. Mit dem Verständnis, dass eine hohe Biodiversität im Wesentlichen an extensive bis halbintensive Landnutzungsformen und an nicht genutzte Zwischenstrukturen gebunden ist, war Graf Hoensbroech der Fachwelt und dem öffentlichen Bewusstsein weit voraus. Erst in den folgenden Jahren wurde der rasante Artenrückgang in Agrarlandschaften von Fachleuten als eines der Resultate der landwirtschaftlichen Industrialisierung erkannt.

Demeter-Richtlinien

Die Zertifizierung des Obstparkes nach den strengen Demeter-Richtlinien war ein weiterer wichtiger Schritt in diese Richtung. So wurde damals geschaffen, was erst zum Ende der 90er Jahre gesellschaftlich akzeptiert und gefordert war: der Gedanke der Nachhaltigkeit, ein breit angelegtes ökologisches Bewusstsein sowie biologisch und ethisch einwandfrei erzeugte Lebensmittel.

Unersetzbarer Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten

Der Obstpark Schloss Türnich stellt ein naturschutzfachlich hochwertiges Mosaik aus ökologisch bewirtschafteten Obstanlagen, Heckenstrukturen und Durchgrünungszonen dar. So hat sich die 37 ha umfassende Anlage seit ihrer Entstehung zu einem unersetzbaren Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten entwickelt. Durch regelmäßige Begehungen des NABU-Ortsverbandes und anhand von Untersuchungen der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn konnten zahlreiche Rote-Liste-Arten und seltene Wildbienenarten nachgewiesen werden.

Für die Erftaue

Schloss Türnich leistet bis heute einen wichtigen Beitrag für eine multifunktionale Kulturlandschaft in der Erftaue als Basis unserer natürlichen Lebensgrundlagen Heute im Jahr 2015 hat Anja von Hoensbroech die Leitung der Landwirtschaft übernommen und mit Thomas Brand einen erfahrenen Landwirt an ihrer Seite.

Neuer Schwerpunkt in der Landwirtschaft: Gemüse, Salate, Kräuter und Blumen

Lange lag der Schwerpunkt der Türnicher Landwirtschaft auf Obstbau. Nun haben wir das Angebot nun erweitert: Neben Äpfeln, Birnen, Quitten, Mispeln, Walnüssen und anderen heimischen Obstsorten gibt es jetzt auch jede Menge Gemüse, Salate, Kräuter und Blumen. Anfang letzten Jahres haben wir ein Gewächshaus gebaut und unsere eigenen Jungpflanzen gezogen.